Achtsam durch den Tag – Woche 4: Die eigenen Hände wahrnehmen

Die Übung der vergangenen Woche schien auf den ersten Blick recht einfach: Mehrmals am Tag die eigenen Hände beobachten, so als gehörten sie einem Fremden.

Und tatsächlich dachte ich erstaunlich oft daran, meine Hände in Aktion oder in Ruhe zu betrachten. Wahrscheinlich war ich froh, endlich eine leichtere Aufgabe zu haben 😉

Aber wie würde eigentlich ein Fremder meine Hände betrachten? Würde er sie einfach als ein weiteres Paar Hände ohne bestimmte Wertung wahrnehmen? Oder würden ihm sämtliche Makel auffallen, die mich selbst stören? Meine krummen Finger, meine kurzen Fingernägel, die trockene Haut, …? Ich habe wirklich versucht, meine Hände ganz wertneutral zu betrachten, aber ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wie ein Fremder sie wohl so wahrnimmt.  Aber es sind ja auch meine Hände!

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Und als ich mich so über meine unschönen Hände ärgerte, stieß ich auf einen wundervollen Blogartikel. Ich hätte ihn gerne verlinkt, allerdings finde ich ihn tatsächlich nicht mehr… Es ging darum, wie unzufrieden die Autorin mit ihren dünnen Haaren ist und wie schön doch dicke Haare wären. Aber anstatt über etwas, das man nicht ändern kann, zu jammern, konzentriert sie sich lieber auf die Vorteile ihrer dünnen Haare. Das versuchte ich auch auf meine Hände zu übertragen und siehe da, ich konnte auch ein paar positive Aspekte entdecken. Man kann die Dinge also immer auf verschiedene Art und Weise betrachten und Unterschiedliches darauf machen.

Zum Schluss möchte ich noch die Schlussworte aus dem Kapitel im Buch zitieren:

„Zwei Hände arbeiten mühelos zusammen, um viele wundervolle Dinge zu vollbringen, und sie schaden einander niemals. Könnte dies auch für jegliches Paar von Menschenwesen wahr werden?“

Bildquelle: Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/multimedia/158/70/104/6208708625.jpg

Achtsam durch den Tag – Woche 3: Füllwörter

Nachdem mir die Übungen der zweiten Woche schon nicht ganz leicht gefallen waren, hoffte ich auf eine leichtere Übung in Woche 3. Leider war natürlich genau das Gegenteil der Fall: „Füllwörter“. Man sollte beim eigenen Sprechen auf Füllwörter achten, zum Beispiel „äh“, „also“, „ja“, „naja“ und so weiter. Puuh. Nach drei Tagen hatte ich ab und zu am Anfang eines Gesprächs einmal daran gedacht, konnte mich aber nie lange darauf konzentrieren. Also nahm ich mich beim Telefonieren selbst auf und hörte mir die Aufnahme später an. Da ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich viele Sätze mit „Also“ beginne oder zwischendrin immer mal wieder ein „also“ einfließen lassen. Ein erster kleiner Erfolg. Aber dabei sollte es leider bleiben, viel mehr „Erleuchtendes“ habe ich in dieser Woche nicht erfahren. Selbst im Buch wird diese Übung als sehr herausfordernd und frustrierend beschrieben.

Dafür hatte ich diese Woche ein anderes kleines Achtsamkeitserlebnis (hier nachzulesen), von daher bin ich trotzdem zufrieden.

Die Übung für die nächste Woche klingt auf jeden deutlich einfacher. Da kann ich euch hoffentlich etwas mehr berichten 😉

Achtsam durch den Tag – Woche 1: Die nichtdominante Hand benutzen

Motiviert startete ich in die erste Woche: Die nichtdominante Hand benutzen. Für mich als Rechtshänderin hieß das, nun so oft wie möglich die linke Hand zu benutzen. Doch schon beim ersten Zähneputzen stellte ich fest: Gar nicht so einfach. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das die Zahnbürste ohne jegliche Koordination wild hin und her bewegte 😀 Hier merkte ich sofort den Sinn und Zweck dieser Übung: Ich war mit meiner vollen Konzentration bei der Sache – Achtsamkeit pur! Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt so sehr auf das Zähneputzen konzentriert hatte.

Andere Dinge fielen mir da deutlich leichter, beispielsweise einfach das Greifen nach einem Gegenstand mit der linken Hand. Das Schwierige war eher, überhaupt daran zu denken, die andere Hand zu benutzen. Wie das oft so ist, fängt man gut an und lässt im weiteren Verlauf nach. Auch ich musste mich immer wieder daran erinnern und hätte gerne noch in mehreren Situationen daran gedacht.

Ich habe zwar keine bahnbrechenden Erkenntnisse in dieser Woche gehabt, aber es viel Spaß gemacht und ich war bei vielen Dingen deutlich achtsamer.

Hier meine Favoriten, die meiner Meinung nach am schwierigsten oder lustigsten waren:

  • Zähne putzen
  • einen Becher bzw. eine Schüssel mit einem Löffel auskratzen
  • die Computermaus bedienen
  • Messer und Gabel vertauschen
  • Tätigkeiten, die normalerweise voll automatisch durch das Zusammenspiel von rechter und linker Hand ablaufen, z.B. flüssiges Waschmittel zum Abmessen in die Messkappe schütten

Probiert es doch einfach einmal aus 🙂

Doch keine Fruktoseintoleranz !!!

Nachdem sich trotz krasser Fruktosekarenz und zusätzlichem Verzicht auf Gluten nichts verbessert hat, habe ich mich an einen Facharzt gewendet. Auf meinen Hausarzt war ja kein Verlass…

Bis ich einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch bekam, dauerte es etwas. Der Gastroenterologe ist dafür sehr nett und scheint auch kompetent. Er versorgte mich erst einmal mit einem ganzen Marathon an Arztterminen, die letzten liegen aktuell im September. Das ganze wird sich also noch etwas ziehen. Trotzdem bin ich sehr froh, dass endlich einmal etwas angestoßen wird und ich vielleicht irgendwann mal eine brauchbare Diagnose bekomme. Blutabnahme, Bauchultraschall und einen erneuten Fruktosetest habe ich schon hinter mehr. Und, ich konnte es kaum glauben: Der war negativ!!! Ich bin so sauer auf meinen unfähigen Hausarzt, auf Grund dessen falscher Diagnose ich wochenlang auf mein geliebtes Obst verzichtet habe!! Aber ich kann es nun eh nicht mehr ändern, und freue mich riesig über die zurückgewonnene Freude am Essen. Die letzten Tage habe ich schon fleißig „Obstparty gefeiert“ 😉

Diagnosemäßig hat mich das allerdings keinen Schritt weiter gebracht.  Sogar Gluten habe ich nun vorsichtig wieder eingeführt, damit geht es mir weder schlechter noch besser als vorher, aber wenigstens habe ich nun noch mehr leckere Lebensmittelauswahl. Wobei ich echt sagen muss, dass glutenfrei gar nicht schlimm ist. Ich habe mich in den letzten Wochen meiner enthaltsamen Ernährung mit vielen Unverträglichkeiten und Ernährungsformen auseinandergesetzt und dabei viel gelernt. Nun werde ich erst einmal wieder „alles“ essen und keine Experimente mehr anstellen, bin echt ratlos, woran es noch liegen könnte. Ich versuche trotzdem, das Essen so gut es geht zu genießen, Beschwerden habe ich ja so und so.

So viel als kurzes Update zu meinem Gesundheitszustand. Nun werde ich mich endlich mal wieder gesunden und abwechslungsreichen auf meinem Blog widmen können 🙂

App-Review: „Histamin, Fructose & Co.“ von Baliza

Ich möchte euch heute eine App vorstellen, die mir sehr geholfen hat und bei sämtlichen Unverträglichkeiten eine wertvolle Unterstützung im Alltag darstellt: „Histamin, Fructose & Co.“ von Baliza.

Auf die Idee gebracht hat mich die liebe Deniz von Fructopia mit ihrem Testbericht zu dieser App. Dieser hat mich letztendlich auch überzeugt, mir diese App zu kaufen, denn normalerweise gebe ich Anhang 4 (2)eher ungern Geld für so etwas aus. Aber das war es auf jeden Fall wert!

Die App deckt folgende Unverträglichkeiten ab: Fructose, Sorbit (ohne Fructose), Lactose, Saccharose, Histamin, Salicylat, Gluten, sowie Milcheiweiß- und Hühnereiweißallergie. Die individuellen Unverträglichkeiten und die Ausprägung können eingestellt werden.

Entsprechend diesen Angaben werden die Lebensmittel farblich gekennzeichnet: Grün für gut verträglich, von orange über gelb bis hin zu rot – nicht verträglich. Für jede eingestellte Unverträglichkeit erfolgt eine separate farbliche Kennzeichnung sowie die Angabe des jeweiligen Gehaltes, z.B. FruktosAnhang 3 (4)egehalt pro 100g. Zudem finden sich zu jedem Lebensmittel noch kurze hilfreiche Informationen.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Lebensmittel auf die Einkaufsliste zu setzen, mit einer eigenen Bewertung zu versehen oder den Wikipedia-Artikel dazu direkt aufzurufen.

Außerdem können noch verschiedene Sprachen eingestellt werden – absolut perfekt auf Reisen!

Ich persönlich finde die App sehr hilfreich, Anhang 1 (10)wenn es darum geht, kurz mal etwas nachzusehen, zum Beispiel beim Einkaufen. Auch die vielen abgedeckten Unverträglichkeiten sind toll. Ich habe mittlerweile sogar sämtliche eingestellt, um nach einer negativen Reaktion auf ein Lebensmittel einen Anhaltspunkt zu haben, woran es liegen könnte. Aber ich denke, dass diese Funktion vor allem für Menschen mit multiplen Unverträglichkeiten äußerst hilfreich ist.

Die Bandbreite der enthaltenen Lebensmittel ist generell sehr gut. Natürlich kann nicht alles enthalten sein, aber manches fehlt mir schon, wie etwa Chiasamen.

Alles in allem würde ich die App aber auf jeden Fall weiterempfehlen!

Karenzphase Woche 2 – nun auch noch glutenfrei

So die Karenzphase ist nun eigentlich offiziell vorbei – leider ohne Erfolg. Aber der Reihe nach:

Seit Montag verzichte ich auch noch auf Gluten. Wieder hatte ich mit Entzugserscheinungen zu kämpfen, diesmal aber noch viel krasser. Ab dem dritten Tag fing es an, ich fühlte mich total müde, wie erschlagen, teilweise richtig benebelt und konnte mich kaum konzentrieren – nicht gerade hilfreich im letzten Semester… Der vierte Tag war am schlimmsten, aber ab Freitag wurde es ein bisschen besser.

Der Verzicht auf Gluten an sich war gar nicht so schlimm, es gibt schließlich genügend andere tolle Lebensmittel – Quinoa, Hirse, Reis, Kartoffeln, Buchweizen oder eben speziell glutenfreie Lebensmittel. Mein Favorit bisher ist Hirsegrießbrei – total lecker! Vom Brot bin ich allerdings enttäuscht – so ein abgepacktes glutenfreies Brot schmeckt eben einfach nicht so gut und mein erster Backversuch war auch nicht gerade von Erfolg gekrönt. Aber ich denke, das ist Gewöhnungssache und beim Backen werde ich noch viel probieren. Als leidenschaftliche Bäckerin ist mein Ehrgeiz gepackt 😉

Wirklich besser geht es mir leider nicht. Ich bezweifle mittlerweile sogar, ob die verspürte kleine Verbesserung von letzter Woche nur Einbildung war. Die fruktosearme Ernährung machte mir immer mehr zu schaffen, da sich trotz radikalem Verzicht keine Besserung einstellte und ich so langsam die Freude am Essen verlor.

Deswegen hab ich nun auch einen Termin beim Facharzt ausgemacht – hoffentlich kann der mir mehr helfen, als mein unfähiger Hausarzt! Leider ist der Termin erst in einem Monat und ich bin relativ ratlos, was ich bis dahin essen soll. Ich werde auf jeden Fall wieder Obst und Gemüse essen, ohne macht es einfach keinen Spaß, aber in moderaten Mengen und nur verträgliche Sorten.

So, nun möchte ich nicht weiter herumjammern und mich auf meinem Blog eher wieder den schöneren Dingen widmen 🙂

Liebe Grüße

Lisa

Karenzphase Woche 1 – Gar nicht so einfach, sowie Entzugserscheinungen…

Letzte Woche begann sie also endlich – die Karenzphase. Diese wird nach dem Feststellen einer Fruktoseintoleranz für ca. 2 Wochen durchgeführt und besteht aus einer quasi fruktosefreien Ernährung. Quasi deshalb, weil komplett fruktosefrei im Prinzip nicht möglich ist. Man sollte maximal 1-2g Fruktose pro Tag zu sich nehmen. Damit ihr euch etwas darunter vorstellen könnt: 2g Fruktose sind bereits in 30g Apfel, 60g Banane oder 50g Paprika enthalten. Das ist also nicht viel! Neben dem Fruktosegehalt spielt auch das Verhältnis von Glucose zu Fruktose eine Rolle und außerdem sollte man blähende Lebensmittel, wie zum Beispiel Erbsen meiden. Ich entschied mich dazu, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem ich jede Mahlzeit dokumentierte (mit Fruktosegehalt) und meine Beschwerden aufschrieb. Ich wog jedes Obst oder Gemüse, das ich zu mir nahm und berechnete mithilfe von Tabellen die Fruktosewerte.

Schon am ersten Tag folgte die Ernüchterung: Ich hatte eine Papaya gekauft, da diese allgemein als sehr verträglich gilt und musst beim Wiegen aber feststellen, dass bereits vier kleine Stückchen 25g wiegen und mit 0,8g Fruktose schon 40% meiner Tagesmaximalmenge ausmachen. Deswegen gab es in Zukunft zum Frühstück kein Obst mehr, sondern nur noch Müsli bzw. Porridge mit Milch. Mittags aß ich meist einen Feldsalat (50g enthalten nur 0,1g Fruktose – yay) mit ein wenig anderem Gemüse und dazu Brot, gekochte Eier, Wurst, Avocado etc. Abends versuchte ich so fruktosearm wie möglich zu kochen. Beispielweise gab es Reis mit Süßkartoffeln – natürlich akribisch abgewogen – oder einfach einen Milchreis ohne Zucker oder Obst.

Da ich zuvor immer viel Obst und Gemüse gegessen habe, finde ich es richtig schlimm, nun kaum noch etwas davon zu essen. Ich habe ständig das Gefühl, mich unausgewogen und mit zu wenig Vitaminen zu ernähren. Auf meinen täglichen Salat und ein bisschen Gemüse hier und da möchte ich deswegen auf keinen Fall verzichten.

Schon am dritten Tag stellten sich Entzugserscheinungen ein. Ich fühlte mich wie erschlagen – total müde und schwach. Das hatte nichts mehr mit der normalen alltäglichen Müdigkeit zu tun. Ich googelte und stellte fest, das es tatsächlich so etwas wie einen Zuckerentzug gibt. Mich wundert das zwar, da ich zuvor wirklich nicht viel Zucker gegessen habe (in Form von Süßigkeiten etc), aber der fehlende Fruchtzucker macht es wohl aus. Oft war ich außerdem richtig unterzuckert – ich war schwach und wurde zittrig. Traubenzucker (den kann ich problemlos essen) war also immer greifbereit, aber übertreiben wollte ich es damit natürlich auch nicht. Außerdem hatte ich ständig Heißhunger auf Süßes. Das hätten nicht mal Süßigkeiten sein müssen, einfach ein Apfel wäre soo herrlich gewesen…Anhang 2 (3)

Ein bisschen genießen wollte ich aber auch, und so gönnte ich mir fruktosefreie Schokolade und wenn ich zittrig wurde war das meine Rettung 😉

In den ersten Tagen merkte ich kaum eine Veränderung – im Gegenteil, ich hatte immer noch viele Beschwerden. Das waren aber wahrscheinlich noch Nachwirkungen vom Wochenende, wo ich aus unerklärlichen Gründen Kartoffeln überhaupt nicht vertragen hatte. Ab Donnerstag stellte sich eine minimale Besserung ein – ich hatte tatsächlich mal ein paar Stunden, wo ich kaum Beschwerden hatte. Aber komplett weg waren sie auf keinen Fall! Und auch wenn die Blähungen an sich ein klein wenig besser wurden, war ich immer noch total aufgebläht. Deswegen und aus verschiedenen anderen Gründen habe ich beschlossen, ab nächster Woche zusätzlich noch auf Gluten zu verzichten… Ich bin gespannt und hoffe, dass es damit noch weiter bergauf geht.