Achtsam durch den Tag – Woche 5: Beim Essen nur essen

Beim Essen und Trinken nichts anderes tun und sich mit allen Sinnen aufs Essen konzentrieren – Ich freute mich über diese Wochenaufgabe, denn das achtsame Essen praktiziere ich schon seit längerem. Dies hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass ich, egal was ich esse, sowieso immer Beschwerden bekomme und deswegen nur noch wenig esse. Dann möchte ich das Essen wenigstens in vollen Zügen genießen. Außerdem habe ich mir angewöhnt, sehr langsam und gründlich zu kauen. Einerseits ist das für den Magen angenehmer, andererseits entschleunigt man so natürlich das Ganze.

Ein riesen Problem, das ich aber habe, ist das Essen in Gesellschaft. Mein Mann hat sich mittlerweile schon daran gewöhnt, dass ich für meine halb so große Portion doppelt so lange brauche wie er. Und bei ihm kann ich einen Bissen auch in aller Ruhe kauen und herunterschlucken, bevor ich ihm antworte. In der Mittagspause mit meinen Kollegen funktioniert das leider gar nicht. Ich möchte ungerne immer die letzte sein, während alle längst fertig sind und mir beim Essen zuschauen. Und unterhalten möchte man sich ja auch noch dabei. Ich überlege mir mittlerweile sogar schon, welches Essen wie gut gekaut werden muss!! Und esse lieber ein bisschen weniger und gönne mir am Schreibtisch noch einen kleinen Snack, z.B. eine Banane.

Hier meine persönlichen Tipps für achtsames Essen:

  • Langsam und gründlich kauen, auch wenn es einem übertrieben vorkommt.
  • Sehen, Schmecken, Riechen, Hören, Fühlen: Wie sieht ein Lebensmittel aus der Nähe aus? Welche verschiedenen Geschmäcker und Düfte kannst du erkennen? Wie hören sich verschiedene Dinge beim Kauen oder Schneiden an? Wie fühlen sich Lebensmittel in der Hand oder auf der Zunge an?
  • Nicht vor dem Fernseher essen (eigentlich klar, oder? ;))
  • Handy nicht mit an den Esstisch nehmen und am besten sogar auf lautlos stellen. Auch wenn das Handy aus einem anderen Raum einen Ton von sich gibt, will man trotzdem sofort wissen, wer da geschrieben hat.
  • Nach jedem Bissen das Besteck weglegen und in Ruhe kauen. Erst dann den nächsten Löffel/die nächste Gabel vorbereiten und zum Mund führen.
  • Kleineres Besteck benutzen – so ist man automatisch langsamer und bewusster.
  • Das ist natürlich nicht sehr gesellschaftlich, aber wenigstens einmal sollte man es probieren: Sich für eine Mahlzeit oder auch nur für einen Snack/einen Tee alleine in einen Raum setzen. Das Essen vorher schon bewusst zubereiten. Sich nun nur auf das Essen konzentrieren: Wie schmeckt es, riecht es, fühlt es sich an? Langsam kauen und: Beim Essen nur essen!

Ich möchte wieder mit einem Satz aus dem Buch enden: „Freuen Sie sich an jedem Bissen, an jedem Augenblick!“

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6 Gedanken zu “Achtsam durch den Tag – Woche 5: Beim Essen nur essen

  1. Das ist wirklich eine tolle Aufgabe! Ich gehöre auch zu den Hektikessern 😀 und habe auch oft versucht langsam zu essen, aber ehrlich gesagt geht es mir auf den Keks. Trotzdem finde ich es eine gute Sache, werde es gleich beim Abendessen (das auch selbst gekocht ist) nocheinmal austesten!

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  2. Hi Lisa! Generell fällt es mir schwer, einfach nur eine Sache zur Zeit zu machen. Ich meine das gar nicht im Sinne von klassischem Multi-Tasking, aber egal was ich mache (außer Lernen), ich muss immer im Hintergrund ein Hörbuch, YouTube o.ä. laufen haben. Beim Putzen, Auto fahren, Weg zur Arbeit. Auch beim Essen. Es scheint fast, als würde ich mich zu Tode langweilen, wenn ich 10 Minuten mal keinen Input habe… dabei ist ein Essen, das man nicht einfach nur reinschiebt (frei nach dem Motto „der Hunger schiebts rein, der Geiz behälts drin ;-)), sondern wirklich genießt eigentlich viel wertvoller… Zeit zum Essen lasse ich mir im Übrigen auch nicht wirklich. Kommt wohl von den Zeiten in der Mensa, wenn innerhalb von 30 Minuten inkl. Weg alles aufgegessen sein musste. Mein Mann isst außerdem wahnsinnig schnell, wenn ich gerade die erste Gabel zum Mund führe, ist er bereits fertig… das lässt mich auch nicht gerade achtsam essen….
    Danke für deinen Post, der mich wieder einmal zum Nachdenken angeregt hat! Und hoffentlich auch dazu, demnächst mal das iPad mein Essen bewusst ausgeschaltet zu lassen!
    VG Katrin

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  3. Ich habe mich mit dem Thema zuletzt auch sehr beschäftigt, es fällt mir immer noch schwer neben jemandem, der „schaufelt“ langsam zu essen. Nach einigen Bissen komme ich drauf und dann schalte ich um. Mitterweile ärgere ich mich nicht mehr darüber sondern freue mich, dass ich es überhaupt erkennen kann.

    lg
    Maria

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  4. Beim essen nur zu essen ist deutlich schwieriger als es sich zu erst anhört..
    Ich probiere das selbst immer mal wieder, schaffe es aber nicht langsam und entspannt zu essen. Liegt wohl daran dass mein Bruder und ich immer gute esser waren und man zusehen musste schneller Fertig zu werden um noch einen Nachschlag zu bekommen.

    Hat sich bis heute so verankert. Wenn ich langsam esse kann ich mich einfach nicht entspannen…

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