Karenzphase Woche 1 – Gar nicht so einfach, sowie Entzugserscheinungen…

Letzte Woche begann sie also endlich – die Karenzphase. Diese wird nach dem Feststellen einer Fruktoseintoleranz für ca. 2 Wochen durchgeführt und besteht aus einer quasi fruktosefreien Ernährung. Quasi deshalb, weil komplett fruktosefrei im Prinzip nicht möglich ist. Man sollte maximal 1-2g Fruktose pro Tag zu sich nehmen. Damit ihr euch etwas darunter vorstellen könnt: 2g Fruktose sind bereits in 30g Apfel, 60g Banane oder 50g Paprika enthalten. Das ist also nicht viel! Neben dem Fruktosegehalt spielt auch das Verhältnis von Glucose zu Fruktose eine Rolle und außerdem sollte man blähende Lebensmittel, wie zum Beispiel Erbsen meiden. Ich entschied mich dazu, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem ich jede Mahlzeit dokumentierte (mit Fruktosegehalt) und meine Beschwerden aufschrieb. Ich wog jedes Obst oder Gemüse, das ich zu mir nahm und berechnete mithilfe von Tabellen die Fruktosewerte.

Schon am ersten Tag folgte die Ernüchterung: Ich hatte eine Papaya gekauft, da diese allgemein als sehr verträglich gilt und musst beim Wiegen aber feststellen, dass bereits vier kleine Stückchen 25g wiegen und mit 0,8g Fruktose schon 40% meiner Tagesmaximalmenge ausmachen. Deswegen gab es in Zukunft zum Frühstück kein Obst mehr, sondern nur noch Müsli bzw. Porridge mit Milch. Mittags aß ich meist einen Feldsalat (50g enthalten nur 0,1g Fruktose – yay) mit ein wenig anderem Gemüse und dazu Brot, gekochte Eier, Wurst, Avocado etc. Abends versuchte ich so fruktosearm wie möglich zu kochen. Beispielweise gab es Reis mit Süßkartoffeln – natürlich akribisch abgewogen – oder einfach einen Milchreis ohne Zucker oder Obst.

Da ich zuvor immer viel Obst und Gemüse gegessen habe, finde ich es richtig schlimm, nun kaum noch etwas davon zu essen. Ich habe ständig das Gefühl, mich unausgewogen und mit zu wenig Vitaminen zu ernähren. Auf meinen täglichen Salat und ein bisschen Gemüse hier und da möchte ich deswegen auf keinen Fall verzichten.

Schon am dritten Tag stellten sich Entzugserscheinungen ein. Ich fühlte mich wie erschlagen – total müde und schwach. Das hatte nichts mehr mit der normalen alltäglichen Müdigkeit zu tun. Ich googelte und stellte fest, das es tatsächlich so etwas wie einen Zuckerentzug gibt. Mich wundert das zwar, da ich zuvor wirklich nicht viel Zucker gegessen habe (in Form von Süßigkeiten etc), aber der fehlende Fruchtzucker macht es wohl aus. Oft war ich außerdem richtig unterzuckert – ich war schwach und wurde zittrig. Traubenzucker (den kann ich problemlos essen) war also immer greifbereit, aber übertreiben wollte ich es damit natürlich auch nicht. Außerdem hatte ich ständig Heißhunger auf Süßes. Das hätten nicht mal Süßigkeiten sein müssen, einfach ein Apfel wäre soo herrlich gewesen…Anhang 2 (3)

Ein bisschen genießen wollte ich aber auch, und so gönnte ich mir fruktosefreie Schokolade und wenn ich zittrig wurde war das meine Rettung 😉

In den ersten Tagen merkte ich kaum eine Veränderung – im Gegenteil, ich hatte immer noch viele Beschwerden. Das waren aber wahrscheinlich noch Nachwirkungen vom Wochenende, wo ich aus unerklärlichen Gründen Kartoffeln überhaupt nicht vertragen hatte. Ab Donnerstag stellte sich eine minimale Besserung ein – ich hatte tatsächlich mal ein paar Stunden, wo ich kaum Beschwerden hatte. Aber komplett weg waren sie auf keinen Fall! Und auch wenn die Blähungen an sich ein klein wenig besser wurden, war ich immer noch total aufgebläht. Deswegen und aus verschiedenen anderen Gründen habe ich beschlossen, ab nächster Woche zusätzlich noch auf Gluten zu verzichten… Ich bin gespannt und hoffe, dass es damit noch weiter bergauf geht.

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2 Gedanken zu “Karenzphase Woche 1 – Gar nicht so einfach, sowie Entzugserscheinungen…

  1. Wow! Wir bewundern Dich für Dein Durchhaltevermögen! Es ist nicht einfach auf gewisse Lebensmittel ganz zu verzichten. Wir beschäftigen uns zur Zeit mit Paleo und da verzichtet man ja u.a. auf Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrücht. Ist gar nicht so einfach 😉

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