Die erste Woche nach der „Diagnose“

Vor einer Woche wurde ich positiv auf Fruktoseintoleranz getestet – wie ist es mir seitdem ergangen?

Zunächst einmal war ich froh, dass endlich eine Diagnose gestellt wurde und ich den Grund für meine Beschwerden herausgefunden hatte. Ich war zwar auch ernüchtert (Nie mehr einen Apfel essen?!), aber dennoch voller Tatendrang, die Karenzphase knallhart durchzuziehen und dann nach und nach wieder einiges an Obst in meinen Speiseplan zu integrieren.

Anhang 1 (7)
Verzweiflung bei der „Fruktoserecherche“ – widersprüchliche Aussagen ohne Ende 😦

Schnell war ich zudem überfordert: Von meinem Arzt brauchte ich keine Hilfe erwarten – er hatte selbst keine Ahnung und sah auch keine Notwendigkeit, mich an einen Ernährungsberater zu überweisen. Aus eigener Tasche will ich diesen auch nicht bezahlen. Also machte ich mich übereifrig ans Googeln. Aber warum muss eigentlich jede Website etwas anderes sagen? Im Grunde sind sie sich ja alle einig: Zwei Wochen kaum Fruktose zu sich nehmen (Karenzphase) und danach langsam wieder anfangen. Aber sobald es darum geht, welche Lebensmittel gut vertragen werden und welche man in der Karenzphase essen darf, da erzählt jeder etwas anderes… Klar, dass jeder Mensch anders ist und manche Dinge besser verträgt als andere, aber wie kann es sein, dass eine Quelle behauptet, Nüsse könne man problemlos essen, während die andere komplett davon abrät? Oder Zuchini einmal als sehr gut verträglich gekennzeichnet wird und beim nächsten Mal als überhaupt nicht verträglich? Der Oberhammer war ein Buch, das allen Ernstes Vanillezucker und sämtliche abgepackte Kuchensorten von Dr. Oetker als auf jeden Fall gut verträglich kennzeichnet!! Habe mich schon lange nicht mehr geärgert, Geld für ein Buch ausgegeben zu haben.

Das Hautproblem war, dass ich nicht sofort mit der Karenzphase beginnen konnte, sondern diese noch um zwei Wochen nach hinten verschieben musste, da wir morgen für ein paar Tage auf Studienreise fahren und ich keine Ahnung habe, wie ich das unterwegs durchziehen sollte.

Also aß ich zwar deutlich fruktosereduziert, aber nicht komplett fruktosefrei (bzw. -arm). Leider zeigte sich keinerlei Verbesserung und so stellte sich schnell Verzweiflung ein. Zudem eignete ich mir immer mehr Wissen an und die Liste der gesunden Lebensmittel, die ich in der Karenzphase sicher essen konnte, schrumpfte und schrumpfte…Nun gut, eine Woche einigermaßen fruktosearm habe ich noch vor mir, und dann wird richtig durchgestartet. Hoffentlich zeigt sich dann endlich eine Besserung!

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8 Gedanken zu “Die erste Woche nach der „Diagnose“

  1. Ich meld mich auch hier noch mal. 🙂 (Vielen Dank für’s Blog folgen!)
    Ich finde die ganzen Infos auch extrem verwirrend und gerade manche Bücher, aber auch Online-Rezepte ziemlich dreist, die angeblich gut verträglich sein sollen, aber einem einfach Dinge aufschwatzen, die eigentlich nicht gut geeignet sind, oder wo es bessere Alternativen gibt (z.B. Schalotten statt Zwiebeln). Ich sehe z.B. den Sinn darin nicht, Apfelkuchen zu backen oder etwas mit Honig, was ja beides sehr fruktosehaltig ist, und dann zu sagen: „Na ja, davon isst du ja nur ganz wenig…“ – das ist ja nicht der Sinn „fruktosearmer“ Rezepte, bei denen möchte ich doch gerade nicht darauf achten müssen, wie viel oder wenig ich davon esse, sonst ist es ja nicht mehr fruktosearm.

    Leider muss man sich da wirklich stark selbst informieren, und dummerweise ist es manchmal auch einfach tagesabhängig – den einen Tag verträgt man was super, beim nächsten Mal gar nicht. Das macht es nicht einfacher…

    Was ich sehr hilfreich finde sind Nährwertangaben. Früher gab es den Bundeslebensmittelschlüssel mal kostenlos online, da konnte man einsehen, welche Lebensmittel durchschnittlich wie viel wovon enthalten, einschließlich Aufteilung in Fruktose, Saccharose, Glukose, … und diverse Zuckeralkohole etc.. Leider hat anscheinend irgendein, sorry, vollidiotisches Ar*chloch, dass es sich ungeplagt irgendwo in seinem Sessel gut gehen lässt, entschieden, dass diese Infos der Öffentlichkeit nicht mehr frei zugänglich sein sollten und man damit doch gut Geld verdienen könnte. *grrr* Jetzt muss man leider entweder googlen und hoffen, dass man was findet, oder ein Buch mitschleppen (Ich denke hier z.B. an den Fachmann-Souci-Kraut, falls du davon schon gehört hast?), aber immer noch besser als gar nichts. *seufz*

    Ich habe dann angefangen, mit den Lebensmitteln zu experimentieren, die am wenigsten Fruktose haben, dazu Ernährungstagebuch mit Symptomen geführt und wenn es gut lief nach einer Weile die Dosis gesteigert. Wenn man da ein Auge drauf hat kriegt man so zumindest mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Tagesdosis und welche Lebensmittel man so verträgt bzw. in welchem Toleranzbereich man sich gerade bewegt…
    Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mittlerweile schon wieder viel mehr vertrage als am Anfang. Ich bin zweifelsfrei immer noch Malabsorber, aber ich habe den Eindruck, dass sich mein Verdauungstrakt nach über 8 Jahren täglicher Folter auch einfach erstmal gründlich erholen musste. (Ich habe erst Karenzphase gemacht und als die Schmerzen immer noch nicht komplett weg gingen etwas eigentlich eher bedenkliches, nämlich quasi 1-2 Wochen nur ein Lebensmittel gegessen, dass ich gut vertragen habe – Schafskäse. Von da aus hab ich dann als es sich beruhigt hatte langsam wieder ein Lebensmittel nach dem anderen in meinen Speiseplan aufgenommen.)

    Für Reisen oder Restaurantbesuche kann ich übrigens Fructosin/Xylosolv sehr empfehlen. Das ist zwar nicht ganz billig und wirkt nur etwa 30 Minuten, deshalb nichts für jeden Tag, aber wenn es eben entsprechend zum Essen nimmt wandelt es Fruktose in Glukose um. Leider gibt es auch hier wieder doofe Leute und wegen Patentrechtsstreitigkeiten ist das manchmal nicht verfügbar oder darf in Deutschland angeblich gar nicht verkauft werden (ich habe es zeitweise in der Apotheke trotzdem bestellen könne) oder wurde eben von Fructosin in Xylosolv umbenannt, aber man kann es z.B. zum gleichen Preis in Österreich bestellen und sich schicken lassen.

    Ich hoffe ich hab dich jetzt nicht noch mehr verwirrt und du kommst mit der FM bald besser klar. Wenn du Fragen hast kann ich gerne versuchen, dir sofern möglich weiterzuhelfen.
    Liebe Grüße!

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    1. Vielen Dank für deinen langen und vor allem sehr hilfreichen Kommentar! Es ist schön, von deinen Erfahrungen zu hören. Das mit dem Schafskäse ist echt krass, Respekt dass du das so hinbekommen hast, aber irgendwie kann ich das auch verstehen! Ich stehe ja quasi noch am Anfang und bin gespannt, wie sich das bei mir so entwickelt. Eventuell komme ich gerne auf dich zurück 🙂
      Viele liebe Grüße und DANKE
      Lisa

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  2. Liebe Lisa, ich habe ähnliche Symptome und bisher leider noch keine Diagnose, die etwas bewirkt hätte. Ich hätte mir Fruktoseintoleranz fast schon gewünscht 😉 angeblich kann man nach der harten Phase ja ganz vernünftig damit leben, ich hoffe also für dich, dass du dich auch halbwegs gut an deine neue Ernährung gewöhnst und bin schon gespannt, demnächst mehr darüber zu lesen! 🙂
    VG Katrin

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    1. Oh vielen Dank für deine lieben Worte 😊 ja ich werde berichten 😉
      Oh je das ist aber doof wenn dir keine Diagnose gestellt wird die dir weiterhilft 😦 hoffentlich ergibt sich da bald mal was…

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  3. Oh nein, das klingt ja doof. Wie hat sich denn diese Intoleranz gezeigt? Hattest Du oft Bauchschmerzen oder Hautausschläge? Ich kann mir nur denken, wie hart das für Dich ist.

    Alles Liebe
    steffi

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